AUsbildung im Focus 22 No-Gos beim Vorstellungsgespräch Ein wichtiges Vorstellungsgespräch steht vor der Tür und du willst einen möglichst guten Eindruck hinterlassen? Wir verraten dir, was gar nicht gut ankommt und welche Dinge du tunlichst vermei- den solltest, um nicht von einem Fettnäpfchen ins nächste zu stolpern. Wenn du ein paar grundle- gende Dinge beherzigst, ist das Ganze nämlich nur noch halb so wild. Dass man dem Gesprächspartner nicht gerade verspätet, im Jogginganzug oder Minirock und dazu unfreundlich und mies gelaunt gegenübertritt, sollte auf der Hand liegen. Überhebliches Gehabe kommt genauso wenig an: Wer eine ständige Aneinanderreihung von Selbstlob zum Bes- ten gibt und nur Augen für sich hat, macht keinen team- fähigen Eindruck. Aber ebenso fehl am Platz ist fehlen- des Selbstbewusstsein, denn du willst den Arbeitgeber ja davon überzeugen, warum gerade du ins Unternehmen passt. Deine Fähigkeiten und Kenntnisse kleinzureden wäre also nicht in diesem Sinne. Ein großes Versäumnis ist mangelnde Vorbereitung, also sich im Vorfeld nicht ausreichend über das Unternehmen und die angebotene Stelle zu informieren. Dadurch wirkt man desinteressiert und unmotiviert. Diesen Fehler kann man leicht vermeiden, indem man sich durch wenige Mausklicks auf die Webseite des Unternehmens begibt. Ein weiteres Tabu ist Unehrlichkeit, indem man zum Bei- spiel geforderte Sprachkenntnisse vortäuscht: Gibst du an, dass du fließend Französisch sprichst, obwohl es gerade mal für »une baguette, s‘il vous plaît« reicht, kann das ganz schön peinlich werden, wenn du vom Arbeitgeber darauf angesprochen wirst – und dich die Chance auf den Job kosten. Authentizität ist auch für Karriere- und Business- Coach Dr. Bernd Slaghuis ein wesentlicher Punkt. Ein wahres No-Go ist aus seiner Sicht, wenn man als Be- werber so sehr darauf bedacht ist, sich in einem bestimm- ten Licht zu zeigen, dass man darüber vergisst, sich selbst so zu geben, wie man ist – als eine Persönlichkeit mit Ecken und Kanten. Dazu zählt, einen »echten Dialog auf Augenhöhe« zu führen, nicht etwa auswendig Gelerntes wie in einer Präsentation »runterzuleiern«. Auch bei der Frage nach den eigenen Schwächen sollte man ehrlich sein. Laut Slaghius sind Perfektionismus, Ungeduld und die Schwäche für Schokolade die »beliebtesten« Schwä- m o c . a i l o t o f ; h c t u B , r a t s d a l v © chen, die in Bewerbungsgesprächen immer wieder ge- nannt werden. Stattdessen sollte man sich ruhig zu den in- dividuellen Mankos bekennen und Bereitschaft zeigen, in Zukunft an ihnen zu arbeiten und sich weiterzuentwickeln. Überaus komische persönliche Beispiele, wie das Vor- stellungsgespräch dagegen gehörig schiefgehen kann, sind im Internet zuhauf vertreten: Da ist zum Beispiel von Bewerbern die Rede, die betrunken zum Gespräch erscheinen, solchen, die mitten im Interview ans klin- gelnde Handy gehen, im Laufe des Gesprächs Schuhe und Socken ausziehen, über den Ex-Chef lästern, der zufälligerweise ein Bekannter des Gesprächspartners ist, oder Bewerber für eine Stelle im IT-Bereich, die mit dem Begriff »Festplatte« nichts anfangen können!