12 ausbildung im fokus SOCIAL M EDIA & BEWERBUNGEN: WAS POSTEN , WAS LÖSCH EN? Do’s & Don’ts für Insta, TikTok & Co. – und warum ein kurzer Check vor der Bewerbung sinnvoll ist Instagram, TikTok oder Snapchat gehören für viele Jugend- liche ganz selbstverständlich zum Alltag. Fotos, Videos und Kommentare werden oft spontan gepostet, ohne lange darü- ber nachzudenken. Was dabei leicht vergessen wird: Öffentli- che Inhalte können auch von Ausbildungsbetrieben gesehen werden. Deshalb lohnt es sich, Social Media mit Blick auf Bewerbungen einmal bewusst zu prüfen – nicht aus Angst, sondern zur eigenen Sicherheit. Spielt Social Media bei Bewerbungen wirklich eine Rolle? Nicht jeder Betrieb schaut gezielt in sozialen Netzwerken nach Bewerber/innen. Trotzdem informieren sich manche Unternehmen vor oder nach einem Bewerbungsgespräch kurz online – besonders dann, wenn Profile öffentlich sind oder einfach gefunden werden können. Dabei geht es meist nicht darum, private Details auszuspionieren. Entscheidend ist der erste Eindruck: Wirkt der Auftritt respektvoll, passend und glaubwürdig? Stimmen Online Auftritt und Bewerbung miteinander überein? Was einen schlechten Eindruck machen kann Problematisch sind vor allem Inhalte, die beleidigend, res- pektlos oder extrem wirken. Dazu zählen abwertende Kom- mentare, provokante Videos oder das Bloßstellen anderer Menschen. Auch alte Beiträge können schnell wieder auftau- chen, selbst wenn sie ursprünglich harmlos gemeint waren. Wichtig ist daher das Bewusstsein: Was einmal öffentlich ge- postet wurde, lässt sich oft nur schwer wieder vollständig zurückholen. Was völlig in Ordnung ist Niemand erwartet perfekte Profile oder ein künstlich ange- passtes Image. Ganz normale Beiträge über den Alltag, Hobbys, Freunde oder Reisen sind kein Problem. Im Gegenteil: Sie zei- gen Persönlichkeit und Interessen. Wichtig ist lediglich, dass das Bild, das man online vermittelt, zu dem passt, wie man im echten Leben auftritt. Authentisch zu sein ist erlaubt – Respekt und ein gutes Maß spielen dabei die entscheidende Rolle. Ein kurzer Privatsphäre Check kann viel bewirken Vor einer Bewerbung lohnt sich ein kurzer Blick in die Privat- sphäre Einstellungen der eigenen Accounts. Nicht alle Inhalte müssen öffentlich sichtbar sein. Beiträge, Bilder oder Videos, die nur für Freunde gedacht sind, lassen sich oft mit wenigen Klicks einschränken. Eine einfache Frage hilft bei der Ent- scheidung: Würde es mich stören, wenn ein Ausbildungsbe- trieb diesen Beitrag sieht? Wenn ja, ist »privat stellen« meist die beste Lösung. Social Media bewusst nutzen – statt alles zu löschen Niemand muss vor einer Bewerbung alle Profile löschen oder alles umstellen. Viel sinnvoller ist ein bewusster Umgang. Ein ordentliches Profilbild, ein respektvoller Umgangston und etwas Zurückhaltung bei öffentlichen Kommentaren reichen oft schon aus. Wer möchte, kann Social Media sogar gezielt nutzen, um Interessen oder Engagement zu zeigen – zum Beispiel bei Hobbys, Sport oder ehrenamtlichen Aktivitäten. Social Media als echte Chance Soziale Netzwerke können bei der Ausbildungswahl auch helfen. Viele Betriebe zeigen dort Einblicke in ihren Ar- beitsalltag, stellen Azubis vor oder informieren über freie Ausbildungsplätze. Wer diesen Kanälen folgt, bekommt oft ein besseres Gefühl für das Unternehmen und die Stimmung im Betrieb. Auch Ausbildung und Berufsvideos können da- bei helfen, sich ohne Druck zu orientieren. Ein Beispiel aus dem Alltag Ein öffentliches Profil mit neutralem Profilbild, normalen Bei- trägen und respektvollem Umgang hinterlässt meist einen positiven Eindruck. Dagegen können beleidigende Kommen- tare oder extrem provokante Inhalte Zweifel wecken – auch dann, wenn sie nichts mit der Bewerbung zu tun haben. Der Unterschied liegt oft nicht im einzelnen Beitrag, sondern im Gesamtauftritt. Kurz gesagt: Social Media muss bei Bewerbungen kein Risiko sein. Wer bewusst postet, seine Privatsphäre kennt und respektvoll auftritt, ist gut vorbereitet. Dann bleibt Social Media das, was es sein soll: ein normaler Teil des Alltags – und keine Stolperfalle bei der Bewerbung. mk