18 02ausbildung im fokus WAS CHEFS WIRKLICH DENKEN – UND WIE DU IM VORSTELLUNGS- GESPRACH UBERZEUGST Insider-Tipps fürs Gespräch: locker, ehrlich, vorbereitet Chefs lesen Bewerbungen – aber die Entscheidung fällt oft erst im Gespräch. Ein gutes Anschreiben bringt dich rein, im In- terview zeigst du, ob du wirklich passt. Hier stehen die Dinge, die Chefs hören wollen – und wie du deine Antworten so formulierst, dass sie konkret, glaubwürdig und einprägsam sind. Vor dem Gespräch: Vorbereitung entscheidet Recherchiere kurz: Was macht das Unternehmen? Welche Produkte/Projekte sind wichtig? Überlege dir zwei konkrete Gründe, warum du gerade dort lernen willst. Plane die An- fahrt (pünktlich sein heißt 10 – 15 Minuten vorher da sein), nimm Stift + Notizblock mit. Mach dir vorher drei kurze Beispiele aus Praktika, Schule oder Verein, die du erzählen kannst (ein Satz zu Situation, was du gemacht hast, was das Ergebnis war). Erste Minuten: Eindruck ist echt – aber nicht künstlich Begrüßung: Blickkontakt, lächeln, fester Händedruck (in Deutschland üblich) – kurz vorstellen. Setz dich erst, wenn du eingeladen wirst. Sprich deutlich, ruhig und kurz. Kurze Selbstpräsentation (Elevator-Pitch): 30–45 Sekunden – wer du bist, was du kannst, warum die Ausbildung. Beispiel: »Ich bin Max, mache dieses Jahr meinen Real- schulabschluss, habe ein zweiwöchiges Praktikum in einer Kfz-Werkstatt gemacht und gemerkt, dass mir technisches Arbeiten und Teamarbeit Spaß machen. Bei Ihnen reizt mich besonders, dass Azubis früh in Reparaturprojekte eingebun- den werden.« Beispiel-Antworten (kurz & anpassbar) • Erzähl etwas über dich: »Ich bin [Name], mache bald mei- nen Abschluss. Ich arbeite gern praktisch, habe im Praktikum bei [Firma] mitgeholfen und würde gern in Ihrer Ausbildung mehr technische Verantwortung übernehmen.« • Warum diese Ausbildung/Firma? »Weil Sie viel Praxis bie- ten und Azubis früh an Maschinen arbeiten dürfen – genau das will ich lernen.« • Stärken? »Zuverlässig, teamfähig – ein Beispiel: Als Kapitän habe ich Trainings organisiert und für Ordnung gesorgt. • Schwäche? Kurz + Lösung: »Manchmal will ich alles perfekt machen. Ich lerne, Prioritäten zu setzen und um Hilfe zu fra- gen, wenn’s eng wird.« • Warum sollen wir dich nehmen? Verbindung von Kön- nen + Haltung: »Ich bringe praktische Erfahrung durch mein Praktikum mit, bin motiviert und will mich schnell einbringen – gerade bei Ihnen, weil…« Telefon- und Video-Interviews – die speziellen Regeln • Telefon: Steh auf. Lächle (hörbar), nutze Notizen, spreche klar, halte Wasser bereit. Signalisiere, wenn du eine Frage notieren musst. • Video: Kamera auf Augenhöhe, neutraler Hintergrund, guter Ton (Headset), stabile Internetverbindung. Schau ins Fenster/ Kamera, nicht ständig auf den Bildschirm. Kleidung wie fürs echte Gespräch. Teste vorher Bild und Ton. Was Chefs als rote Flaggen im Gespräch sehen • Unpünktlichkeit ohne gute Erklärung • Unvorbereitetheit (keine Ahnung vom Betrieb) • Widersprüche zu den Unterlagen • Kein Interesse (keine Fragen am Ende) • Unhöflichkeit oder respektloser Umgang mit Empfang/Anderen Was Chefs wirklich mögen • Echtes Interesse (2 gute Fragen parat) • Konkrete Beispiele statt Allgemeinplätze